Transkript
Podcast-Transkript: "Versprochen" – Folge mit Regina
Regina: Dass man trotz der Tatsache, dass man Angst hat, gewisse Schritte geht – ich glaube, das hat mich auch sehr geprägt.
Laura (Intro): Hi und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von „Versprochen“. Mein Name ist Laura und als Host dieses Podcasts treffe ich auf spannende Persönlichkeiten. Sie teilen nicht nur ihre persönlichen Geschichten, sondern auch Themen, die sie derzeit bewegen – ganz ehrlich und offen mit euch und mir. Versprochen.
Laura: Hi und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von „Versprochen“. Heute sprechen wir über berufliche Entwicklung, den Mut zur Veränderung und darüber, warum es sich lohnen kann, auch nach mehreren Jahren Berufserfahrung bewusst einen neuen Karriereschritt zu gehen. Mein heutiger Gast ist dafür Regina. Sie ist seit Anfang 2024 bei uns und ist auch schon mit relativ viel Berufserfahrung bei PwC eingestiegen. Regina ist Managerin hier bei PwC Deutschland und engagiert sich sehr, sehr stark für Themen wie Führung, Entwicklung und Wertschätzung. Außerdem hat sie auch bei unserem ersten After-Work-Event für berufserfahrene Personen mitgewirkt, nämlich unsere sogenannten „Orange Hours“. Auch darum wird es heute in der Folge gehen. Sehr, sehr schön, dass du da bist. Herzlich willkommen, Regina!
Regina: Dankeschön. Vielen Dank für die Einladung.
Laura: Regina, was denken eigentlich deine Geschwister, was du bei PwC machst?
Regina: Also mein Bruder hat es bis heute nicht verstanden. Er fragt mich immer wieder: „Regina, was machst du eigentlich bei PwC?“ Und ich versuche das immer wieder in einfachen Worten zu erklären, und er sagt dann immer: „Ach ja, irgendwas mit IT.“ Ist okay.
Laura: Okay, da wissen die Hörer:innen dann auf jeden Fall schon mal, dass du aus der IT-Branche kommst. Nimm uns doch mal so ein bisschen mit: Was ist tatsächlich deine Rolle bei PwC Deutschland und wofür begeisterst du dich besonders?
Regina: Genau. Was mache ich wirklich bei PwC? Ich bin im Geschäftsbereich Transformation. Bei der Transformation engagieren wir uns für solche Themen wie Innovation und Digitalisierung, sprich: IT ist hier wirklich das richtige Schlagwort. Wir digitalisieren Deutschland und – ja, kurz und knapp gesagt – genau das ist das, was ich mache.
Laura: Klingt richtig, richtig spannend, und da werden wir ja später auch noch mal im Detail drauf eingehen. Du bist ja heute Managerin bei PwC, aber das kam natürlich nicht über Nacht. Also du hast ja mehrere Karrierestufen durchlaufen, vom Einstieg bis heute in deiner Führungsrolle. Wenn du so zurückblickst: Was hat dich auf deinem Weg bisher am meisten geprägt?
Regina: Spannende Frage. Ich bin ja damals als Trainee eingestiegen zu meinem Karrierestart und habe dann wirklich alle Karrierestufen in der Beratung durchlaufen: von Analyst zu Consultant, Junior Manager und jetzt als Managerin bei PwC. Mich haben sehr viele Sachen geprägt, also vor allem auch das Thema Netzwerk, das Thema Kontakte knüpfen und aufbauen, auch das Thema Digitalisierung noch mal als Schlagwort, auch die Erfahrung im öffentlichen Sektor. Das sind vielleicht so die wichtigsten Schwerpunkte, die ich für mich mitgenommen habe über die Jahre.
Laura: Und hast du über die Jahre auch gemerkt, dass sich dein Anspruch an dich selbst so ein bisschen verändert hat? Also warst du vielleicht früher eher strenger mit dir und heute lockerer in gewissen Punkten, oder vielleicht sogar umgekehrt?
Regina: Auf jeden Fall. Also das ist auch ein spannendes Thema. Als ich eingestiegen bin damals als Trainee, dachte ich so: Jetzt machst du das zwei, drei Jahre klassisch, du nimmst die Beratererfahrung mit und dann ist es vorbei. Dann gehst du in die Industrie oder zurück zur Uni, machst wissenschaftliche Arbeit. Ich hatte sogar mit dem Gedanken gespielt, noch mal zu promovieren. Und mein Anspruch an mich selbst war ein ganz anderer: Ich war super streng zu mir selbst. Ich dachte, ich bin zu langsam, ich bin nicht genug. Also zu dem Thema innerer Antrieb auch und Glaubenssätze, die uns prägen. Ich habe mich dann sehr viel mit diesen Themen auseinandergesetzt, und heute würde ich sagen, ich bin an dem Punkt: Ich sehe vieles lockerer. Aber vielleicht auch dadurch, dass ich viel mehr Klarheit für mich habe. Ich habe viel mehr Klarheit über mich selbst, über meine Umgebung, über meine Rolle. Wie du sagst, das kam nicht über Nacht, das kam über die letzten zehn Jahre, das war ein langer Weg. Aber diese Klarheit ist, glaube ich, das, was mir sehr wichtig ist. Vielleicht auch zu dem Thema, was mich geprägt hat: Also diese Veränderungen, dieser Mut, neue Wege zu gehen, dass man trotz der Tatsache, dass man Angst hat, gewisse Schritte geht. Ich glaube, das hat mich auch sehr geprägt. Also sich trotz Angst, trotz allem weiterzuentwickeln.
Laura: Ja, richtig spannend. Und du hast ja jetzt schon gesagt, dass diese neuen Schritte natürlich auch ab und zu mit so ein bisschen Angst verbunden sind. Du warst ja jetzt auch relativ lange, wie gesagt, vor PwC bei einem Arbeitgeber. Weißt du noch, was da so ein bisschen deine Gedanken waren? Woran du vielleicht gemerkt hast: „Boah, irgendwie würde mir doch noch mal ein neuer Schritt ganz gut tun“? Und war das bei dir auch eher mit Angst oder eher mit Zuversicht verbunden? Nimm uns da doch gerne mal so ein bisschen mit durch den Prozess.
Regina: Vielen Dank für deine Frage. Genau, also ich war sehr zwiegespalten zu dem Zeitpunkt. Ich war wirklich sehr lange in der Beratung und wie gesagt: Am Anfang wurden aus „ich bleibe zwei, drei Jahre“ sieben Jahre in der Beratung. Und mir war ja auch klar mit der Zeit, dass das auch der richtige Weg für mich ist. Und trotzdem muss man ja auf diesem Weg gewisse neue Schritte machen und nach vorne blicken. Mir war einfach klar, ich war schon so lange in dem Unternehmen, ich kannte das schon alles, ich kannte die Prozesse. Der Weg war zwar klar, aber ich habe wenig Perspektiven gesehen, weil ich einfach alles schon von innen kannte. Und mir wurde einfach – also das war so eine intrinsische Motivation in mir – zu sagen: „Ja, hab Mut, was Neues auszuprobieren“, weil ich einfach der Meinung war, ich kann mich nur entwickeln, wenn ich in diese Wachstumszone reingehe. Ich war viel zu lange in der Komfortzone. Es ist gemütlich, aber man lernt nichts Neues. Und der Schritt zu PwC – wie gesagt, ich war sehr, sehr lange am Hadern. Das war keine Entscheidung, die über Nacht entstanden ist. Mich hat auch kein Recruiter oder so angeschrieben. Es war eine sehr gut überlegte und sehr lang überlegte Entscheidung. Ich habe mich auch sehr gut informiert, bevor ich zu PwC gekommen bin. Genau, aber so, ich glaube, so der größte Anreiz war zu sagen: „Ja, geh bitte aus der Komfortzone raus. Ich will weiter in die Wachstumszone.“ Da war aber wirklich sehr, sehr viel Angst noch mit dabei im Spiel.
Laura: Auf jeden Fall. Hat die Angst sich denn dann zum Start gelegt und so über die ersten paar Monate? Wie war so das Gefühl, als du dann wusstest: „Okay, es geht weiter“?
Regina: Ja, also wie gesagt, ich bin da manchmal so eine Person, ich wäge lange ab und ich informiere mich auch gut. Ich hatte auch mit sehr vielen Leuten vor dem Wechsel gesprochen, ich hatte mich sehr gut informiert. Es gab auch mehrere Kollegen, die auch zu PwC gewechselt sind, und ich war da auch mit mehreren Kolleginnen und Kollegen in Kontakt. Und es ist, glaube ich, auch ein sehr gut gemeinter Rat einfach an alle: Informiert euch, sprecht mit den Leuten, baut das Netzwerk auf. Das ist ja das, was ich gemeint habe, was mich geprägt hat: Auch mein Netzwerk hat mich geprägt. Die Leute um uns herum, die Leute um mich herum haben mich geprägt. Und ich habe da sehr viel Wert auf die Meinung von diesen Personen gelegt, die dann gesagt haben: „Ja, wir sind gewechselt und das war die beste Entscheidung. Überleg es dir auch.“ Von daher war das so ein bisschen meine Komfortzone zu sagen: „Ja, ich informiere mich vorab ganz viel.“ Genau. Und am Anfang, was mir auch super gut geholfen hat und was mir die Angst genommen hat, war das Buddy-System von PwC. Ich hatte noch vor meinem Start einen Buddy zur Seite bekommen. Genau, und die Aufgabe von einem Buddy ist, dich in Empfang zu nehmen, dir organisatorische Aspekte zu zeigen – einfach alles rund um das Thema Einarbeitung, also jetzt nicht fachlich, sondern organisatorisch, abzunehmen. Und mein Buddy, wirklich ein super, super cooler Mensch, super cooler Kollege – er hat mir wirklich auch sehr viel Angst genommen.
Laura: Ja, sehr schön. Das finde ich auch immer total wichtig und auch schön, dass du da schon vor deinem Einstieg eine Kontaktperson hattest. Also richtig, richtig praktisch auf jeden Fall. Du hast ja gerade gesagt, dass du dich sehr gut und auch lange informiert hast. Was war dir denn damals in deinem neuen Umfeld besonders wichtig? Worauf hast du besonders geachtet und wie kam dann letztendlich die Entscheidung für PwC zustande?
Regina: Also mir war auf jeden Fall wichtig, dass das Umfeld passt. Genau – vielleicht auch auf diese Frage zurück, was mich geprägt hat, also auch das Thema Netzwerk, warum mir das so wichtig ist. Ich kann das so ein bisschen aufschlüsseln: Ich hatte in meiner Karriere schon sehr viele verschiedene Projekte begleitet, von super kurzen Strategieprojekten, die über drei Monate gingen, zu sehr langen IT-Migrationen, die sich über fünf oder sechs Jahre hinweg streckten. Und da muss ich sagen, mit der Zeit wurde mir einfach klar: Die Rolle kann sich ändern, die Rolle kann variieren, unsere Aufgaben können variieren, aber die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, die sind so entscheidend dafür, ob wir scheitern oder ob wir als Team weiterkommen. Und auch zu dem Thema psychologische Sicherheit und mentale Gesundheit ist es wichtig, dass deine Vorgesetzten auf dich achten, dass man wirklich menschlich miteinander umgeht. Und das waren alles so die Punkte, die mir mit der Zeit klar wurden. Ja, Projekte ändern sich, Rollen ändern sich, aber die Menschen, die Community, das Netzwerk – das bleibt. Und das war eines der wichtigsten Punkte für mich. Ich habe wirklich ganz viel Wert darauf gelegt, ob es zwischenmenschlich und persönlich für mich ein Fit ist, für diese Community hier zu arbeiten.
Laura: Und da freut es uns natürlich umso mehr, dass du jetzt auch schon eine ganze Weile dabei bist – drei Jahre – und das hier gefunden hast. Du bist gerade ganz kurz auf dieses Stichwort mentale Gesundheit eingegangen. Was machst du persönlich denn? Wie gehst du sicher, dass das bei dir nicht zu kurz kommt, auch eventuell in stressigeren Projektphasen? Ich weiß, dass du dich auch sehr für das Thema engagierst. Super spannend, da mal deine Perspektive zu hören.
Regina: Also ich engagiere mich wirklich sehr dafür, weil ich weiß, was es für fatale Folgen haben kann. Ich sage das auch in stressigen Phasen, wo es dann alles zu viel wird, sehr oft: „Leute, ich liebe meinen Job, ich mache es alles hier sehr, sehr gerne, aber manchmal, wenn man übermüdet ist, dann geht gar nichts mehr.“ Und ich will auf gar keinen Fall, dass meine Leidenschaft zum Verhängnis wird. Es ist mir sehr, sehr wichtig, dass man trotz stressiger Phasen auf sich achtgibt, dass man Pausen macht. Was mir immer sehr hilft, ist auch so ein kurzer Zwischenchat mit meinen liebsten Kolleginnen und Kollegen oder sich mal aufraffen, ins Office zu gehen. Das finde ich auch super, super spannend. Wir hatten mal einen Chat mit einer Kollegin hier aus dem Düsseldorfer Office und sie hat mal gesagt: „Weißt du, manchmal ist mir alles zu viel und dann raffe ich mich auf und dann gehe ich ins Office und dann sehe ich euch alle und dann ist alles wieder geheilt.“ Und ich fand das so süß von ihr, wirklich. Und ich weiß, dass sie auch viel zu tun hat, weil sie noch nebenbei studiert und ihr Studium abschließt und hier noch Vollzeit arbeitet – oder damals vielleicht noch Teilzeit – und es kann schnell zu viel werden. Aber ich finde genau die Community, ne, die macht es halt aus, dass die Leute einen auffangen, für einen einspringen. Zum Beispiel auch – ich habe es dir gerade davor kurz erzählt – ich habe letztes Jahr geheiratet, im Oktober, und ich hatte davor eine sehr wichtige Ausschreibung, also kurz vor meiner Hochzeit. Und es war mir klar, dass ich für die Hochzeitswoche wirklich raus muss, weil ich glaube, mein Mann fände es gar nicht gut, wenn ich in der Woche noch arbeiten würde. Und ich wusste einfach ganz genau: Ich kann mich auf mein Team verlassen. Die haben mir auch wirklich Arbeitsverbot erteilt und gesagt: „Nein, nein, nein, du schaust jetzt nicht auf dein Handy. Wir machen alles. Du hast jetzt genug getan.“ Und ich habe wirklich genug getan davor und auch danach. Aber in der Woche konnte ich mich auf mich selbst konzentrieren. Und das finde ich sehr, sehr wichtig.
Laura: Ja, sehr, sehr schön. Du hattest ja beziehungsweise wir sind ja schon kurz darauf eingegangen, dass du dich sehr stark engagierst, auch für Themen wie mentale Gesundheit beispielsweise, und dass du auch auf dem ein oder anderen Event zu Gast bist. Und das bringt uns auch zu unserem nächsten Thema: Und zwar warst du ja auch bei unserem After-Work-Event für berufserfahrene Personen dabei, namens „Orange Hours“. Magst du unseren Hörer:innen kurz erklären, was dahinter steckt und wie das erste Event war?
Regina: Ja, es war sehr überraschend für mich. Wie gesagt, es war genau um die Zeit herum, wo ich geheiratet habe oder in dieser großen Ausschreibung. Und ich habe dann einfach eine spontane Anfrage bekommen, ob ich denn Zeit und Lust hätte, da mitzuwirken und ob ich denn Interesse daran hätte, einen Vortrag zu platzieren. Und zwar ging es um das Thema Fehler – also Fehler machen und wie unsere Fehler uns geprägt haben oder grundsätzlich, wie die Fehler im Beratungsgeschäft uns auch weiterentwickeln können, so als Wachstumsplattform auch genutzt werden. Und wie du schon sagst: Mir liegen solche Themen einfach am Herzen. Ich liebe ja das Thema Coaching. Ich bin da ja auch zertifiziert und ich entwickle mich da immer weiter. Und ich habe dann sofort gesagt: „Also, wenn du so fragst, dann will ich auf jeden Fall dabei sein.“ Und es war ein super schönes Event. Wir hatten, glaube ich, so 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die eben schon Berufserfahrung haben oder berufstätig sind in allen möglichen Unternehmen, von der IT-Branche bis Risk und Regulatory und Controlling und so weiter. Wir hatten sehr, sehr schöne Vorträge gehabt. Es war eine Sportlerin auch dabei, die über ihre Erfolge und Misserfolge berichtet hat. Dann durfte ich meinen Vortrag zu dem Thema Fehler halten. Und dann gab es ganz viele Dialoge. Dann haben sich auch ganz viele Grüppchen gebildet, so nach Interessen. Ich habe heute noch Kontakt zu vielen Teilnehmern, mit denen wir jetzt über LinkedIn vernetzt sind und auch telefonieren oder schreiben, weil die einfach das Thema IT und Digitalisierung tatsächlich spannend fanden – weil lustigerweise waren eben sehr viele aus diesem Berufsfeld auch da, und dann haben die mich nach dem Event noch angesprochen und meinten: „Ja, richtig cool, dass du das angesprochen hast, weil so geht's mir auch.“ Genau, und ich finde, es hat was Beruhigendes, auch zum Thema mentale Gesundheit oder psychologische Sicherheit, wenn man auch offen über die Themen spricht. Ja, weil ich finde, es wäre ja auch komplett gelogen zu sagen, dass mir in zehn Jahren Berufserfahrung noch nie ein Fehler unterlaufen ist – das wäre komplett lächerlich. Und trotzdem tut man manchmal auf Social Media so, als ob das die Wahrheit wäre. Und ich glaube, das nimmt gerade den jüngeren Kollegen sehr viel Angst. Das war für viele noch so ganz cool, wo die gesagt haben: „Ja, also dein Beispiel hat mir auch noch mal gezeigt, dass das alles möglich ist.“
Laura: Ja, richtig schön. Und ich kann mir auch vorstellen, dass vielleicht, wenn man irgendwie einen Wechsel in Betracht zieht nach ein paar Jahren Berufserfahrung, dass es ja auch total erfrischend ist und einem Sicherheit gibt, so jemanden wie dich dann zu sehen, der dann sagt: „Hey, komm, trau dich mal und es ist wirklich der richtige Schritt“ – und wie du sagst, aus der Komfortzone so ein bisschen rauszukommen. Weil man sieht ja auch, dass du den Schritt nicht bereust bis heute, was natürlich super, super schön ist. Ja, richtig cool von dir zu hören, was so bei den Orange Hours passiert ist. Und tatsächlich gibt es am 5. Mai in München wieder die „Orange Hours“ als Event. Das heißt, falls die ein oder andere Person, die gerade zuhört, sich dafür interessiert und allgemein ein bisschen mehr über PwC erfahren möchte und vielleicht auch schon Berufserfahrung mitbringt, dann haltet da auf jeden Fall die Augen auf, weil auch da wird es demnächst unsere Anmeldephase geben für den 5. Mai. Und ansonsten gibt es ja auch immer noch die Möglichkeit, Teil unserer sogenannten „Experts Community“ zu werden. Ich kann euch das da gerne mal verlinken in der Folgenbeschreibung. Auch da habt ihr nämlich die Möglichkeit, als berufserfahrene Person einfach noch mal so ein bisschen den Kontakt zu PwC aufzunehmen, und vielleicht seid ihr ja auch demnächst, wie Regina, dann bei uns hier im Podcast zu Gast. Richtig, richtig cool. Wir haben gerade über das Thema Coaching so ein bisschen gesprochen, auch in Verbindung mit dem Event. Wie genau engagierst du dich da und was sind so deine Punkte, auf die du eingehst?
Regina: Also ich hatte so eine Phase zum Thema Wachstum, wo ich ja auch schon länger bei meinem alten Arbeitgeber war, und dann kam die Corona-Zeit und wir durften alle nicht mehr reisen. Jeder von uns hat gefühlt ein bisschen mehr Lebenszeit gewonnen dadurch, dass die langen Dienstreisen und Anreisezeiten weggefallen sind. Und irgendwie hatte ich einfach dadurch so eine kleine Lücke gehabt und ich dachte: „Mensch, ich weiß, dass ich mehr kann und ich will auch mehr bewegen.“ Also klar, Beratung an sich und Transformationsprojekte und Digitalisierungsprojekte sind super spannend, aber da spielt super viel Change-Management-Aspekt mit rein, und ich finde genau das Thema Coaching kann diesen Change-Management-Aspekt zur psychologischen Sicherheit abfangen. Weil wir können ja auf Veränderungen viel besser eingehen, wenn wir wissen, dass wir dadurch trotzdem die Sicherheit haben, dass uns unsere Sicherheit nicht verloren geht. Und all das wollte ich irgendwie ein bisschen tiefer eingehen, also ein bisschen tiefer in die Materie einsteigen, und so bin ich auf die Coaching-Ausbildung gestoßen. Und ich habe dann wirklich ein Jahr lang komplett die Ausbildung gemacht und seitdem mache ich jährlich Vertiefungsmodule und Weiterbildungen. Ich habe auch letztes Jahr Bildungsurlaub dafür genutzt – das erste Mal im Leben Bildungsurlaub gemacht. Genau. Und ich finde, es ist eine wunderbare Ergänzung, weil viele sagen dann – also das war ganz lustig übrigens, als ich den Arbeitgeber gewechselt habe – viele haben mich gefragt: „Ach, machst du dich jetzt selbstständig?“, weil die gedacht haben, ich mache mich dann mit dem Coaching selbstständig. Aber für mich ist Coaching und Beratung überhaupt kein Widerspruch. Also natürlich sind das komplett zwei verschiedene Wege, weil im Coaching stellst du ja Fragen und du bist ja eher auf das Wachstum aus, und in der Beratung lieferst du ja zum Teil auch Antworten und du zeigst ja die Wege oder die Lösungswege. Aber die beiden schließen sich für mich überhaupt nicht aus. Also ich nutze sehr viele Coaching-Ansätze auch in meiner täglichen Beratung, sei es der Kunde oder sei es Design Thinking Workshops oder irgendwelche kreativen Sessions mit dem Team oder sei es auch Feedback. Also auch beim Feedback geben oder Mentor sein oder People Manager sein hilft Coaching sehr. Deswegen fand ich das einfach nur eine super Bereicherung. Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen, der da auch so an Psychologie und Selbstentwicklungsthemen interessiert ist, das zu machen.
Laura: Klingt mega cool. Das wäre tatsächlich auch meine nächste Frage gewesen: Wie dich das im Umgang mit deinen Kolleg:innen beeinflusst. Regina, du bist auch People Managerin. Wie gehst du denn persönlich – oder wie gehst du sicher –, dass du auf alle Kolleg:innen, egal ob mit viel oder wenig Berufserfahrung, dass du bestmöglich auf die eingehen kannst? Was bedeutet das Thema Wertschätzung, Flexibilität dabei? Wie gehst du sicher, dass du da alle, ich sag mal, da abholst, wo sie abgeholt werden müssen?
Regina: Ja, ich glaube, ein Teil der Antwort liegt schon in deiner Frage: Man muss die Leute da abholen, wo die stehen. Und ich finde, das passiert in der Beratung leider oft – das hatte ich auch bei meinem alten Arbeitgeber öfter –, dass man wirklich nicht da abgeholt wurde, wo man stand. Weil zum Beispiel: Es kann sein, dass jemand als Senior Associate einsteigt, aber schon mindestens sieben oder wie viel auch immer Jahre Berufserfahrung mitbringt und kann vielleicht richtig stark in bestimmten Themen punkten, hat aber noch nicht so die Fachlichkeit in dem Themenbereich entwickelt, wo die Person gerade einsteigt. Weil man kann ja auch wechseln mit dem Schwerpunkt: „Ah ja, ich habe in meiner alten Firma das, das und das gemacht und ich möchte mich in die andere Richtung weiterentwickeln“, und deswegen steigt man ja auf die gleiche Stufe. Also das kann auch passieren, und ich denke, man muss genau da genau hingucken und sich mit dem Menschen auseinandersetzen. Also ich versuche da wirklich ganz viele offene, vertrauensvolle Gespräche mit jedem Einzelnen zu führen. Das kostet natürlich auch Zeit, das muss einem klar sein. Weil ich finde, auch wenn man sagt: „Ja, ich will People Manager sein“, dann ist das für mich auch ein Commitment, und man muss sich auch wirklich die Zeit dafür nehmen. Und ich finde, in diesen Gesprächen, da kommen sehr viele Themen ans Licht. Und ich versuche da immer sehr genau reinzuhören, was die Person möchte. Also legt man da eher den Schwerpunkt auf die fachliche Weiterentwicklung? Legt man da eher den Schwerpunkt darauf, dass man schnell weiterkommt? Es gibt ja auch manche, die wollen mehrere Projekte gleichzeitig machen. Es gibt manche, die wollen ganz tief in die Materie rein und ein gewisses Feld weiterentwickeln. Und es freut mich, dass wir auch in unserer Community, in unserem Geschäftsbereich Platz für alle möglichen Themen haben und auch sehr viele verschiedene Modelle fahren – von ganz dollen Generalisten zu Leuten, die wirklich Experten in einem bestimmten Thema sind und auch werden. Diese Möglichkeiten geben wir den Leuten. Und genau das ist, glaube ich, so der Trick, dass man auch diese Diversität zulässt.
Laura: Und das ist ja auch das, was wahrscheinlich Kolleg:innen mit mehr Berufserfahrung möchten: wie du sagst, wirklich da abgeholt zu werden, wo sie gerade sind, und trotzdem auch mit Erfahrung die Möglichkeit zu bekommen, sich noch weiterzuentwickeln und noch neue Horizonte zu entdecken. Also richtig, richtig cool. Was macht denn für dich persönlich ein Umfeld aus, in dem du langfristig gern arbeitest und in dem du auch langfristig bleiben möchtest?
Regina: Es muss Freiräume geben, und das ist auch einer der Punkte, den ich so an meiner jetzigen Arbeit wertschätze. Also wir haben verschiedene Kunden, wir haben verschiedene Projekte. Natürlich verlangen gewisse Einsätze längeres Commitment, weil man ja auch gewisse Skills aufbaut, ein gewisses Know-how beim Kunden aufbaut. Und trotzdem: Selbst bei längeren Projekteinsätzen hat man sehr viele Freiräume und Spielräume. Ich meine, so wie heute: Ich konnte mich jetzt für eine gewisse Zeit rausnehmen, um den Podcast mit dir zu drehen. Das ist für mich auch überhaupt nicht selbstverständlich, dass man so was machen kann. Das ist auch ein Privileg, dass man einfach sagt: „Ja, ich habe die Möglichkeit.“ Und ich schätze das auch wirklich sehr, dass man auch bei uns ganz viel links und rechts gucken kann. Es gibt auch viele, die sagen: „Ich liebe meine Projektarbeit“ – so wie ich –, aber ich liebe auch meine internen Tätigkeiten. So was wie das Event ja auch: Podcast, Events, meine Weiterbildungen, meine Tätigkeit als People Manager und ganz viele andere Themen, die man auch noch so nebenbei betreut oder sogar auf die Beine stellt. Also ich konnte jetzt auch bei PwC ganz viele Themen ausbauen und ganz vieles auf die Beine stellen, wo der Partner oder die Partnergruppe wirklich die Unterstützung gezeigt hat und gesagt hat: „Ja, wenn du das Know-how hast, wenn du das vielleicht von deinem alten Arbeitgeber gelernt hast oder das Modell kennst oder das mitbringst, dann lass das mal versuchen.“ Und ich finde es so toll, dass wir bei PwC noch so viele Möglichkeiten zur Mitgestaltung haben. Also wenn das so erhalten bleibt, dann bleibe ich auch gerne.
Laura: Sehr schön. Das hoffen wir natürlich, dass du dich hier auch noch lange, lange wohlfühlst. Und ich finde den Punkt auch total spannend, den du gerade gesagt hast, mit diesem Themen ausbauen. Und ich finde, gerade da merkt man ja auch, dass es total viel Sinn macht, dass auch Leute mit Berufserfahrung bei uns einsteigen, weil du hast noch mal einen ganz anderen Blick auf die Themen und hast noch mal an manchen Punkten bestimmt Impulse, die Leuten, die dann von klein auf oder von Anfang an bei PwC dabei waren – so eine Art Eigengewächs –, die denen vielleicht noch gar nicht so in den Sinn gekommen wären.
Regina: Also ich finde, dass es da total viele gute Argumente für gibt. Es ist doch super bereichernd. Ich meine, es steht ja – es gibt ja auch genauso viele sehr gute Manager bei uns im Geschäftsbereich, die genauso viel Berufserfahrung haben wie ich und die ganze Karriere von Null aus bei PwC aufgebaut haben. Und klar finden wir super viele Ähnlichkeiten, weil Beratung ist irgendwie auch irgendwo auch Beratung, klar. Aber trotzdem, wie du sagst: Die haben eben dieses tiefgreifende Wissen über PwC, Historie und Prozesse, was mir zum Teil gefehlt hat. Und ich habe einen frischen Blick auf ganz viele Sachen oder auch vielleicht ganz viele andere Modelle und Konstrukte gesehen, die man in anderen Beratungen anwendet oder hier eben noch besser ausbauen kann. Und – also wenn man da quasi harmonisch zusammenspielt und an einem Strang zieht, das ist, glaube ich, eine super Sache.
Laura: Ja, ich glaube auch, dass diese unterschiedlichen Perspektiven echt total bereichernd für ein Unternehmen sind. Also richtig, richtig cool. Als Abschlussfrage würde ich dich ganz gerne noch mal so ein bisschen, ich sag mal, in die Vergangenheit holen: Wenn du jetzt gerade überlegen würdest oder noch kurz vor der Entscheidung stündest: „Okay, bleibe ich jetzt in der Komfortzone oder mache ich den Sprung?“ – was würdest du dir selbst von damals und vielleicht auch den Hörer:innen, die sich gerade so ein bisschen in die Lage hineinversetzen können, denn mit auf den Weg geben?
Regina: Das ist eine sehr gute Frage, und die wurde mir auch schon von sehr vielen Freunden gestellt, die vielleicht noch im alten Unternehmen geblieben sind oder genauso wie ich den Sprung gewagt haben. Und ich bin jetzt wirklich zu 100 Prozent ehrlich: Ich denke mir immer: „Hättest du das früher gemacht?“ Ja, hättest du das früher gewagt? Aber wie gesagt: Wir hatten das auch mit den kleinen Schritten, und man soll sich auch die Zeit lassen. Und ich finde es auch wichtig und richtig, die kleinen Schritte nicht zu überspringen, weil man landet ja sehr schnell in Panikzonen. Und wir wollen ja in der Wachstumszone bleiben, und man kann aber auch sehr schnell in die Panikzone springen, wenn man zu weit springt, sage ich mal. Deswegen ist es gut so, wie es gelaufen ist, aber ich denke mir wirklich 100 Prozent ehrlich öfter: „Hättest du das früher gemacht, hättest du früher mehr an dich geglaubt.“ Also das ist so ein bisschen mein Aufruf an alle da draußen: Glaubt an euch selbst, seid nicht so streng mit euch, sucht euch Mentoren – super, super wichtig, hat mir extremst geholfen zu meiner Zeit. Deswegen gebe ich das ja gerne zurück und bin auch gerne People Manager und Mentor und Coach. Ich glaube, das ist eines der Punkte, der mich am meisten geprägt hat: also die Leute um mich herum, das Netzwerk und die Mentoren. Also sucht euch Mentoren, habt keine Scheu, die Leute anzuschreiben, zu fragen, anzurufen. Nutzt euer Netzwerk und glaubt an euch, wirklich. Also sehr, sehr wichtig.
Laura: Ja, richtig schönes Schlusswort. Und ich würde sagen: Damit bedanke ich mich schon mal ganz, ganz herzlich bei dir, Regina. Ich fand es total spannend, deine Perspektive hier mal zu hören, die ja wirklich auch noch mal eine ganz neue und frische ist. Und danke für deinen Input, für das, was du mit uns heute geteilt hast, und ja – alles Gute!
Regina: Dankeschön.
Outro Laura: Ich konnte halten, was ich versprochen habe? Dann teile diese Podcastfolge mit Personen, denen sie auch gefallen könnte. Abonniere unseren Podcast auf den gängigen Plattformen und hinterlasse eine Bewertung. Wir hören uns wieder. Versprochen!