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Transkript #64 Versprochen. mit Caro

Laura (Intro): Hi und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von „Versprochen.“. Mein Name ist Laura und als Host dieses Podcasts treffe ich auf spannende Persönlichkeiten. Sie teilen nicht nur ihre persönlichen Geschichten, sondern auch Themen, die sie derzeit bewegen – ganz ehrlich und offen mit euch und mir.

Versprochen.

Laura: Hi und willkommen zurück! Wenn man an PwC Deutschland denkt, dann denken viele von euch wahrscheinlich zuerst an die Themen Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung. Das sind natürlich große Teilbereiche von uns, aber es gibt tatsächlich noch viele weitere, in denen man bei uns arbeiten kann. Und über solch einen Bereich, den man vielleicht nicht direkt auf dem Schirm hat, sprechen wir heute:

Nämlich den Bereich MINT (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Mein heutiger Gast ist Carolin. Sie ist seit März 2025 Senior Associate bei PwC im Bereich Advisory und ist eine – man könnte fast schon sagen – MINT-Spezialistin.

Vom Maschinenbau in Aachen über Robotik in Barcelona bis hin zur KI-Entwicklung: Carolin, sehr schön, dass du heute da bist!

Caro: Danke dir für die Einladung!

Laura: Gerne. Was denken denn eigentlich deine Freund:innen, was du bei PwC machst?

Caro: Meine Freundinnen denken bis heute, dass ich irgendwas mit Wirtschaftsprüfung mache oder zumindest mit dem Bereich zusammenarbeite. Das ist aber gar nicht der Fall, da wir eigentlich wenig bis gar keine Kontaktpunkte haben.

Laura: Ja, krass! Das ist genau das, womit wir gerade die Folge gestartet haben – dass PwC in den Köpfen immer noch so stark mit der Wirtschaftsprüfung verknüpft ist. Ich finde es auch immer wieder spannend zu sehen, wie die Wahrnehmung ist. Aber was machst du denn wirklich? Hol unsere Hörer:innen gerne mal kurz ab, was es hier bei uns noch so für Möglichkeiten gibt.

Caro: Ich bin in der Beratung im Bereich „Data and AI“ für den Financial Sector tätig. Das heißt, wir beraten hauptsächlich Banken, Versicherungen und alle Akteure im Finanzsektor hinsichtlich ihrer Datenstrukturen und ihres Data Managements, aber auch in Richtung KI und aller Prozesse drumherum.

Laura: Das hört sich voll spannend an und darauf wollen wir heute natürlich auch ein bisschen näher eingehen. Gehen wir dafür noch mal zurück an den Anfang deiner Laufbahn: Du hast Maschinenbau und Business Administration in Aachen studiert. Woher kam denn ursprünglich der Wunsch, diese Fachrichtung zu wählen?

Caro: Ich war klassisch zu Schulzeiten in einem Matheleistungskurs, hatte Physik bis zum Abi und Informatik bis zum Abitur. Also da einen sehr klaren Fokus hin und da ich aus der Nähe von Aachen, Köln, Bonn komme, lag das dann irgendwie nah nach Aachen zu gehen. Reiner Maschinenbau war mir durch Praktika oder sonstiges im Automobilbereich klar wird es nicht, daher Wirtschaftsingenieurwesen und genau da habe ich dann auch reingestartet, direkt nach dem Abi.

Laura: Und apropos Abi und Schulzeit: Du hast ja schon zu Schulzeiten, nämlich 2011, ein Praktikum bei einem großen Automobilhersteller gemacht. Ich kann mir vorstellen, dass es da gerade als junge Frau in einem – man würde denken – eher männerdominierten Bereich vielleicht gar nicht so einfach war. Wie war es denn für dich, wenn du zurückschaust, dort deine ersten Schritte zu machen? Waren damit vielleicht auch gewisse Unsicherheiten verbunden?

Caro: Ja, es ist und war männerdominiert, und ich war häufig die einzige Frau vor Ort. Es war insofern kein großer Unterschied, als es schon zu Schulzeiten so war, dass die wenigsten Frauen im Mathe-Leistungskurs waren. Während des Praktikums war ich dann – auch weil es in der Produktion war – in vielen Bereichen quasi alleine vertreten. Ich habe aber gemerkt, dass mir das Thematische liegt und man doch weniger Angst davor haben sollte, als es vielleicht anfangs den Anschein haben könnte.

Laura: Hattest du denn Momente – sowohl damals im Praktikum als auch in deiner späteren Laufbahn –, in denen du vielleicht unterschätzt wurdest oder du das Gefühl hattest, anders behandelt zu werden als deine männlichen Kollegen?

Caro: Ja, ich würde sagen, besonders während des Studiums, als ich bei einem Automobilzulieferer gearbeitet habe. Da habe ich im Aftermarket, also mit Werkstätten, zusammengearbeitet. Das ist natürlich noch mal extremer männerdominiert, wenn man an klassische Mechaniker denkt. Ich habe für sie Schulungen und Sonstiges gegeben, und da kam schon häufig die Frage auf, ob ich das mit Anfang 20 überhaupt können kann und ob mir nicht das „Hands-on“ fehle. Aber es wurde eigentlich relativ schnell klar: Wenn man es einmal gemacht hat, dann kann man das auch – völlig unabhängig vom Geschlecht.

Laura: Wie bist du damals damit umgegangen?

Caro: Ich würde sagen: nicht zu nah an sich ranlassen. Solange man weiß, wo seine Stärken und Interessen liegen, kann man diese auch sehr gut vertreten. Spätestens nach der zweiten oder dritten Interaktion merkt das Gegenüber dann: Okay, ich kann der Person vertrauen und mit ihr zusammenarbeiten.

Laura: Ja, ein richtig guter Ratschlag! Ich glaube, da muss man sich am Anfang vielleicht echt ein bisschen durchboxen, aber dann hast du ja scheinbar deine Stellung klargemacht. Ein paar Jahre später, also auch noch während des Studiums, hat es dich aus Deutschland weg nach Barcelona gezogen. Gibt es etwas aus dieser Zeit in Barcelona – sowohl fachlich als auch von den Soft Skills her –, was dich sehr geprägt hat und was du vielleicht mit in den Arbeitsalltag oder zurück ins Studium genommen hast?

Caro: Von den Soft Skills her würde ich sagen, dass es mit die prägendste Zeit war, weil es kulturell in vielen Punkten doch anders ist. Man muss mit einer gewissen Gelassenheit an viele Prozesse und an die Zusammenarbeit herangehen. Ich weiß noch, dass ich bei meiner ersten Vorlesung – typisch deutsch – fünf Minuten vor der Zeit pünktlich war, aber bis eine Viertelstunde später niemand auftauchte. Alle warteten beim Kaffeeladen um die Ecke auf den Professor, weil das der eigentliche Startpunkt für die Vorlesung war. Das muss man irgendwie einkalkulieren.

Genauso musste man für die Uni Dokumente abgeben, aber das Auswärtige Amt vor Ort hat eben nur auf, „wenn es auf hat“ – also unabhängig von den offiziellen Öffnungszeiten. Dahingehend haben mir eine gewisse Gelassenheit und das Loslassen von typischen Normen sehr weitergeholfen. Technisch war es ebenfalls prägend, weil ich dort gemerkt habe, dass der klassische Maschinenbau nicht das ist, was ich langfristig machen möchte. Durch die Wahlfreiheit vor Ort habe ich sehr informatiklastige Fächer wie Big Data, Automatisierung und Robotics gewählt und daraufhin entschieden, meinen Studiengang für den Master zu wechseln. Ich bin dann nach Karlsruhe gegangen und habe dort Wirtschaftsinformatik im Master studiert. Auch innerhalb von MINT gibt es eben Unterschiede und ich habe gemerkt: Okay, ich möchte vom „M“ zum „I“. Ich habe den Master gewechselt, um die Informatik-Grundlagen zu vertiefen.

Laura: Cool! Würdest du sagen, dass das auch genau das ist, was du heute beruflich machst?

Caro: Dieser Masterwechsel hatte ein großes Ausmaß, auf jeden Fall. Ich bin weg von einem sehr automobil- und maschinenbaugetriebenen Fokus hin zu weiteren Industriefeldern. Ich habe mich vom klassischen Maschinenbau entfernt, war bei einem Energiezulieferer und habe dort andere Abläufe kennengelernt. Dabei habe ich gelernt, dass Informatik industrieunabhängig überall anwendbar ist und gebraucht wird, wenn man das nötige Prozessverständnis mitbringt.

Laura: Voll cool, dass du da auf dein Bauchgefühl gehört hast und sich das dann ja auch bewahrheitet hat. Du wirkst heute sehr happy; das heißt, es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Profile wie deins – also der ganze MINT-Bereich – sind ja, wie wir schon festgestellt haben, vielleicht gar nicht das Erste, woran man bei PwC denkt, aber trotzdem total gefragt bei uns. Was hat dich denn damals dazu bewegt, in die Beratung zu PwC zu gehen? Und was würdest du sagen: Welche Chancen bietet PwC Deutschland in diesem Bereich an?

Caro: Mir wurde damals der Einstieg durch ein Traineeprogramm relativ leicht gemacht. Dadurch konnte ich alle Bereiche einer „Big Four“ kennenlernen und habe gemerkt: Okay, es ist nicht nur Wirtschaftsprüfung. Selbst in der Wirtschaftsprüfung gibt es IT-Prozesse, die Unterstützung brauchen. So konnte ich meinen Fokus finden, der schließlich in Richtung Consulting ging. Ich habe eine Übersicht bekommen, die ich von außen so nicht hatte. Selbst beim Vorstellungsgespräch dachte ich noch: „Okay, das heißt Wirtschaftsprüfung, was mache ich da?“.

Laura: Wie sieht denn das Team, an dem du arbeitest, aus? Würdest du sagen, dass ihr vielfältig seid? Was bringt ihr so für verschiedene Hintergründe und Skills vielleicht auch mit?

Caro: Wir haben alles – von klassischen BWLern bis zu reinen Informatikern, aber auch Quereinstiege aus der Physik oder anderen Bereichen. Dadurch, dass unsere Projekte wirklich von der Beratung aus strategischer Sicht hinsichtlich Data & AI bis hin zur Implementierung gehen, findet da eigentlich jeder seinen Platz. Entsprechend sind wir im Team sehr breit aufgestellt.

Laura: Du hast uns erzählt, dass du unter anderem KI-Programme selbst entwickelst. Für mich klingt das erst mal nach riesengroßen Projekten. Was ist für dich denn das Coolste daran, so etwas von Grund auf selbst mit aufzubauen?

Caro: Man merkt dabei einfach, wo etwas gebraucht wird und welche Use-Cases in welchem Bereich Sinn ergeben. Sowohl das Ganze thematisch mit dem Kunden als auch bei uns intern zu „durchdenken“ und prozessmäßig durchzugehen – aber auch die ganzen Möglichkeiten, die es heute auf dem Markt gibt, anwenden zu können –, das bietet einem unglaublich viele Chancen.

Laura: Wie genau sieht das dann aus? Wie kann ich mir das vorstellen, wie euer Prozess startet? Führ uns da doch gern mal ein bisschen durch.

Caro: Es gibt in der Beratung häufig zwei Stränge. Entweder sind das klassische Ausschreibungen von Firmen, auf die wir antworten, weil wir sagen: „Okay, wir können das, wir haben das schon mal gemacht.“ Oder es kommen häufig andere Teams von uns auf uns zu, die bereits beim Kunden vor Ort sind und sagen: „Okay, wir haben da folgendes entdeckt: Das machen die immer noch händisch, da geht ein Berater vor Ort hin – das muss doch einfacher gehen. Habt ihr da eine Idee?“ Und wir entwickeln das dann zusammen mit ihnen proaktiv. Es kommen also beide Fälle vor: entweder kundengetrieben oder von uns intern angestoßen. Wir leisten da auch sehr viel Entwicklungsarbeit intern, damit wir direkt zum Kunden gehen und sagen können: „Okay, folgendes haben wir entwickelt.“

Was dabei die Herausforderungen gerade in Bezug auf KI sind? Die Betriebssysteme beim Kunden natürlich. Dadurch, dass es so vielfältig ist und jeder mit einem anderen Stand anfangen möchte, sollte man sich vielleicht nicht davon blenden lassen, dass alles „Hauptsache KI“ sein muss. Man sollte offen dafür bleiben, dass manche Prozesse auf der einen Seite gar keine KI brauchen. Auf der anderen Seite gibt es Schwierigkeiten, die immer noch mitkommen, hinsichtlich der Fragen: Okay, wie wird das Ganze beim Kunden gehostet? Wird es überhaupt genutzt? Haben wir überhaupt die Strukturen vorliegen, damit es sinnstiftend ist?

Laura: Wie schätzt du denn die Zukunft der KI ein als Expertin?

Caro: Ich glaube, sie wird uns immer begleiten und tut es jetzt im Arbeitsalltag ja auch schon – bei euch wahrscheinlich auch durch unsere internen Tools wie ChatPwC oder andere Anwendungen. Ich denke, das wird dahingehend erst mal so weitergehen, dass sie unser digitaler Berater bleibt. Aber auch extern wird es spannend durch Entwicklungen hinsichtlich Agentic AI, also KI-Agents, die wirkliche Unternehmensprozesse umsetzen und Dinge eigenständig anpassen können. Dass die KI auf eine gewisse Art mit Robotics gepaart wird, ist einfach eine Riesenmacht, um Dinge zu verschlanken und einfacher zu gestalten.

Laura: Ja, ich weiß noch, als mir das erste Mal jemand von ChatGPT erzählt hat und ich dachte: „Das kann ja nicht sein.“ Also wie – du kannst die jetzt eine Hausarbeit schreiben lassen? Das gibt es doch gar nicht! Trotzdem ging es irgendwann so schnell, dass man es selbst im Alltag genutzt und sowohl in die Arbeit als auch ein Stück weit ins Privatleben implementiert hat. Wie siehst du diese Entwicklung, wie nimmst du sie wahr?

Caro: Aus meiner Sicht kam es weniger überraschend, natürlich bedingt durch mein Studium. Wir haben im Studium – also noch vor OpenAI und ChatGPT, so 2018/19 – bereits Large Language Models programmiert und trainiert. Dadurch wusste ich: Okay, das ist alles schon viel weiter, als ich selbst vor dem Master dachte. Dann kam natürlich dieser Durchbruch mit OpenAI; jeder hatte Zugriff darauf, plötzlich konnte es jeder testen, und das auch noch kostenlos. Das hat es in die breite Masse gebracht. Was ja gut ist, denn dadurch nutzt es jeder und die Entwicklungen sind seitdem viel schneller vorangegangen als in den Jahren zuvor. Einfach, weil es gefördert wird, der Bedarf da ist und sich mehr Fachleute fragen: „Könnte man das nicht auch damit lösen?“, anstatt bei der Standardlösung („Das habe ich schon immer so gemacht“) zu bleiben. Dadurch findet bei all unseren Kollegen ein Umdenken statt, auch bei denen, die fachlich vielleicht näher an den Problemen dran sind und nun verstärkt auf uns zukommen.

Laura: Ja, du hast gerade schon gesagt: KI ist jetzt für jeden zugänglich und in der breiten Masse vertreten. Wie nutzt du sie persönlich im Alltag?

Caro: Im Alltag natürlich für E-Mails, für Transkripte von Meetings oder im Daily auch zum Programmieren selbst. Die IT-Branche ist ja mit die erste, die dadurch an manchen Punkten Einsparungen hat, aber auch mehr schaffen kann. Weshalb aus meiner Sicht das Fachliche nie vergessen werden darf. Da ist PwC ein guter Ansprechpartner, weil wir die fachliche Tiefe vertreten – denn einfach nur „KI draufwerfen“ funktioniert am Ende nicht.

Laura: Voll spannend. Und wenn du jetzt in die Zukunft schaust, gar nicht nur in Richtung KI, sondern allgemein auf deinen Bereich: Was sind deine Ziele für die nächsten Jahre? Hast du bestimmte Fähigkeiten oder Skills – vielleicht auch Soft Skills –, bei denen du sagst: „Da möchte ich mich noch hinentwickeln, da möchte ich mich verbessern“, und wobei PwC dich vielleicht unterstützen kann?

Caro: Ich glaube, besonders im interdisziplinären Bereich und in der globalen Zusammenarbeit, aber auch zwischen den Fachteams, habe ich noch sehr viel Potenzial, um über meine „Bubble“ hinauszuschauen und das noch mehr zu fördern.

Laura: Cool! Dann hoffen wir natürlich, dass das alles so klappt, wie du es dir wünscht. Wenn du jetzt ein bisschen zurückschaust: Du hast ja selbst gesagt, dass du teilweise eine von wenigen Frauen in diesem Bereich warst. Hast du eine bestimmte Mentorin oder ein Vorbild, das dich inspiriert, motiviert und auf deinem Weg begleitet hat?

Caro: Das Schöne ist, dass ich – glaube ich – bei jeder meiner Stationen häufig eine Vorgesetzte hatte. In der Zeit, bevor ich nach Karlsruhe gegangen bin, war ich in Stuttgart; da war meine Chefin in der IT-Abteilung eine Frau. Und auch seitdem ist es natürlich immer schön, weibliche Ansprechpartnerinnen zu haben, die den Weg schon gegangen sind und auch die entsprechenden Herausforderungen kennen. Das motiviert dann schon noch mal mehr, einfach zu sehen: Okay, es geht, man kommt weiter und unterstützt sich in dem Bereich gegenseitig.

Laura: Das kann ich mir vorstellen. Und es ist ja mega cool, dass auch du jetzt durch so etwas wie den Podcast selbst ein kleines Role-Model für Hörerinnen sein kannst, die vielleicht noch nicht genau wissen, in welche Richtung es gehen soll, oder die in Erwägung ziehen, ebenfalls in den MINT-Bereich zu gehen. Also auch da noch mal: Richtig cool, dass du heute da bist! Was sind denn deiner Meinung nach die wichtigsten Fähigkeiten, die man für eine erfolgreiche Karriere in deinem Bereich mitbringen sollte?

Caro: Ich würde sagen: Neugier. Dadurch, dass sich alles so unglaublich schnell entwickelt, ist es zu einem der Key-Skills geworden, „up to date“ zu bleiben – die Entwicklung also miterleben, Dinge testen und schauen, wie man sie selbst mit ins Team bringen und dort Input leisten kann. Das ist, würde ich sagen, ein sehr, sehr großer Punkt.

Laura: Sehr cool. Und wenn du jetzt ein bisschen zurückschaust: Welchen Ratschlag würdest du deinem damaligen Ich geben?

Caro: Auch wenn es sich unsicher anfühlt: Keine Angst davor haben und einfach mal machen! Irgendwo öffnet sich dann schon eine Tür und es geht in irgendeine Richtung weiter. Es ist auch völlig in Ordnung, wenn man mit einer Sache anfängt und dann merkt: „Okay, nein, das war es doch nicht, ich versuche einen anderen Ansatz.“ Man sollte einfach offen für neue Möglichkeiten bleiben.

Laura: Ja, und das warst du ja – und es hat sich gelohnt! Carolin, wenn dich jetzt jemand fragen würde: Ist dein Job wirklich nur analytisch, oder spielt Kreativität bei der Lösung technischer Probleme vielleicht eine Rolle, mit der man am Anfang gar nicht rechnet? Was würdest du sagen?

Caro: Wenn Leute mich fragen, was ich an meinem Job mag, sage ich meistens, dass er so kreativ ist. Daher würde ich sagen, das ist einer der Kernpunkte. Viele haben den IT-Bereich, glaube ich, eher nur im analytisch-mathematischen Sinne im Kopf – von A nach B. Aber gerade gepaart mit dieser Fachlichkeit braucht man die Kreativität, um zu sagen: „Okay, wir probieren erst A aus, dann B ... okay, es wird doch irgendwas dazwischen.“ Wie können wir das Ganze angehen? Gerade in der Problemlösung ist, würde ich sagen, sehr viel Kreativität gefragt. Daher hätte ich das als einen der Key-Skills genannt.

Laura: Das würde man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht denken. Voll interessant, das so von dir zu hören! Wenn du auf diesen Bereich Kreativität schaust, aber auch noch mal größer gefasst: Ist das einer der Punkte, der dich in deiner Arbeit täglich motiviert und inspiriert? Oder was gibt es darüber hinaus, wo du sagst: „Boah, das lässt mich morgens mit einem guten Gefühl zur Arbeit gehen“?

Caro: Auf jeden Fall Kreativität, aber natürlich auch gepaart mit den Freiheiten, die man bei verschiedenen Lösungsansätzen, in der Projektauswahl oder insgesamt im Job hat. Man kann entscheiden, in welche Richtung man gehen und wo man sich tiefer einarbeiten möchte. Da ist es die Flexibilität zusammen mit der Kreativität, würde ich sagen.

Laura: Du hattest uns erzählt, dass du neben deiner Tätigkeit bei PwC tatsächlich auch Dozentin bist. So viel zum Thema Role-Model! Ich glaube, dass es total cool ist, jemanden im Studium zu haben – vielleicht auch gerade für junge Frauen –, zu der sie ein bisschen aufschauen können und sehen: Okay, es kann wirklich gut klappen. Erzähl uns doch gern mal mehr davon. Woher kam dieser Wunsch und wie waren die ersten Erfahrungen?

Caro: Ja, ich habe mich Anfang des Jahres dazu entschieden, nebenher als Dozentin tätig zu sein und Einführungen in die Programmierung mit Python zu unterrichten. Das Ganze findet als Projektmodul für die Studierenden statt. Mir geht es darum, ihre Ansätze mitzukriegen: Wo stehen sie, wie gehen sie an Problemstellungen heran und wie lösen sie diese mit Python und Coding? Es ist schön, ihnen die Grundlagen für das spätere Leben mitzugeben.

Laura: Voll cool! Aber ich kann mir vorstellen, dass es mit der Dozententätigkeit und dem Vollzeitjob bei PwC ab und zu ein bisschen viel wird. Wie hältst du da deine Balance und gehst sicher, dass du auch noch genug Freizeit für dich hast?

Caro: Ich glaube, insgesamt geht es um das Setzen von Grenzen. Aber es lässt sich auch sehr gut vereinbaren: Projekte sind häufig flexibel gestaltet und das Dozieren macht zeitlich nur einen Bruchteil aus. Es ist überraschend gut kombinierbar, daher habe ich immer noch genug Zeit am Wochenende und auch unter der Woche, um meine Freundinnen zu sehen.

Laura: Ja, sehr wichtig. Wenn du unseren Hörerinnen einen Rat geben müsstest – egal, ob sie sich für eine Karriere im MINT-Bereich interessieren, schon mittendrin sind oder kurz davorstehen: Warum würdest du sagen, dass die Beratung der richtige Ort für MINTler:innen ist?

Caro: Durch die Vielzahl verschiedener Projekte bekommt man wirklich Einblick in alles, was einen interessiert – sei es fachlich oder technisch. Diese Abwechslung hat man in einer festen Position in einer festen Industrie so natürlich nicht. Ich habe in meinen vier Jahren in der Beratung so viele verschiedene Industrien, Projekte und Themen kennengelernt, dass ich mich noch einmal viel breiter aufstellen konnte.

Laura: Voll schön von dir zu hören, dass du deine Skills hier so erweitern konntest und hoffentlich noch lange bei uns happy bist. Ganz, ganz lieben Dank, dass du heute bei uns warst und mir – und hoffentlich auch unseren Hörer:innen – gezeigt hast, wie spannend Technik sein kann. Es war toll, dich hier zu haben. Vielen Dank und bis bald!

Caro: Danke!

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Über diesen Podcast

Wir sind vielfältig. Wir sind unverzerrt. Wir überraschen.
Hier geht es um die Sammlung ehrlicher Geschichten. Um private Einblicke in das Leben unserer Kolleg:innen bei PwC, spannende Business Insights und vieles mehr. Eingefangen durch unsere Kollegin Laura. Einmal im Monat. Mittwochs. Versprochen. ►https://jobs.pwc.de/de/de/home

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